Barcelona, die locker leichte Stadt

Am 14.10.09 gegen 8 Uhr schlug Matthias mit AirBerlin auf dem Flughafen von Barcelona auf. Gleich nach der Begrüßung mussten wir ihn vor die ‚schwierige Entscheidung‘ stellen, welches Transportmittel wir in die Innenstadt nehmen (Taxi ca.30€ / Airobus 4,50€ / Renfe-Zug 0,77€). Ja das Bahn-/Bus-/Metro- Fahren ist in Barcelona wirklich günstig, leider auch so ziemlich das einzige was günstig ist. Was wir in der folgenden Woche mit Matthias alles unternommen haben berichtet er demnächst selbst (>>hier<<), deshalb gehe ich vorerst nicht weiter darauf ein. Zum Thema günstige Fortbewegungsmittel in Barcelona darf natürlich das Fahrrad nicht unerwähnt bleiben. bicing_stationDa wir nun endlich über das langersehnte rote Plastikkärtchen „Bicing“ verfügen, steht uns Barcelona nun per Drahtesel offen. Kärtchen an das Terminal halten, Fahrrad mit der angezeigten Nummer entnehmen und losfahren. Dank der zusätzlichen Fahrradspuren (meist auf den breiten Bürgersteigen oder in der Mitte der größeren Straßen) kommt man unter 30min an alle wichtigen Punkte in BCN. Warum 30min? Ab 30min kosten die Räder hier Geld. Je länger man das Fahrrad behält, desto teurer wird es. Ab 2h sind bereits 8€ und ab 24h werden dann 150€ fällig. Das ganze Radsystem funktioniert aber auch nur deshalb weil die Räder schnell wieder zurückgegeben werden. Außerdem besteht auch eine berechtigte Angst des Betreibers, dass seine Räder nie wieder abgegeben werden. Kaum war das Verleih-System 2 Monate in Betrieb, schon fehlten 10 Fahrräder. Womit wir auch schon beim Thema Diebstahl sind. Wir leben hier in der Welthauptstadt des Taschendiebstahls, nirgendwo auf der Welt wird mehr geklaut als hier. Bisher blieben wir von Dieben aber verschont und wurden regelmäßig durch Freunde, Bekannte oder Beobachtungen in unserem Umfeld auf die Probleme aufmerksam. Wenn dann länger mal nichts passiert kommt man gern auch zu dem trügerischen Schluss, dass hier alles halb so wild wäre und die „Beklauten“ einfach ein bisschen getrieft haben. Und so wird man mit der Zeit auch wieder etwas unvorsichtiger. Deshalb dachte sich dann auch gleich eine Dame so um die 45, sie könnte mal ihr Glück bei uns versuchen. Ihre hinterhältige Masche wäre auch fast aufgegangen. Zuerst beobachtet sie die Leute an den Ticket-Kauf-Automaten am Anfang der Metrostation und merkt sich genau in welchen Taschen das Geld aufbewahrt wird. Bereits dort zwängte sie sich gern dazwischen und bot Hilfe bei der Bedienung der Automaten an. Das war aber nicht weiter auffällig zu diesem Zeitpunkt. Anschließend läuft sie im Menschenstrom mit zu den Drehkreuzen/Türen, durch die man nur mit gültigem Metro-Ticket kommt. Die Geldbörse war in Sabines Rucksack, darauf hatte sie es abgesehen und war uns direkt auf den Fersen.
Ausgestattet mit den exakten Koordinaten deiner Wertgegenstände stellt sie sich hinter dich ans Drehkreuz und wartet bis du deine Metrokarte entwertest. In den ca. 2-3s die du benötigst um deine Karte wieder entgegenzunehmen und durchzulaufen öffnet sie deinen Rucksack und macht ihn ca. 150g leichter. Dabei geht sie _nicht_ vorsichtig zugange, dafür ist die Zeit zu knapp. Sie rupft regelrecht an der Tasche herum. Zwar merkt man dass da was ist, steckt aber in dem Moment schon im Drehkreuz (oder dahinter) und kann nicht mehr (schnell) zurück. Warum hat es bei uns nicht geklappt? Im Grunde war es Zufall! Sabine und ich, wir teilen uns die 10er-Karten für die Metro und müssen deshalb immer durch die gleiche Tür/Drehkreuz. So auch in diesem Fall. Sabine geht voraus, schiebt das Ticket rein, will es mir geben…und plötzlich schiebt sich diese Frau zwischen uns und fängt auch zugleich an Sabines Rucksack zu öffnen. Mir fiel dann in dem Moment nix besseres ein als die Frau mit den Worten „Was wird denn das?“ zur Seite zu stoßen. Die ertappte Diebin redete dann noch ein paar Worte auf spanisch in die Luft (ja sie hat dabei wirklich an die Decke geschaut), probierte dann noch ihre ungültige Metrokarte an einem weiteren Drehkreuz und machte sich geschwind aus dem Staub. Wäre ich mit eigener Metrokarte unterwegs, hätte ihr Beutezug geklappt. Nun versteh ich auch die Leute, die ihren Rucksack vorne tragen und tue es ihnen in größeren Menschenansammlungen gleich. Von Freunden wissen wir auch, dass es kaum etwas bringt Diebe gewaltsam zur Polizei zu schleifen. Zum Einen wird es schwer irgendwas zu beweisen, zum Anderen interessieren sich die Behörden hier auch nicht dafür. Die Bagatellgrenze für Diebstahl liegt hier bei 250€. Alles was da drunter ist wird gerade mal für die Statistik aufgenommen, nicht mehr und nicht weniger.

Heute hatten wir Sonnenschein bei 25°C, schnappten uns die Fahrräder und fuhren in den Zoo. Ja und im Zoo da gibt es Tiere, wer hätte das gedacht. Am schönsten aber war die Delfinshow (Fotos dazu im nächsten Bericht)! Da Matthias ja eine Woche zu Besuch war, gibt ausnahmsweise auch mal ein paar mehr Fotos von uns beiden 🙂 .

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2 thoughts on “Barcelona, die locker leichte Stadt”

  1. schoene fotos ihr suessen 🙂
    aber wenn in barcelona so viel geklaut wird, solltet ihr vielleicht nicht in der bahn pennen *g*
    liebe gruesse vom anderen ende der welt

    1. da wurde auch net rumgepennt, das war nur ein kurzer müdigkeitsanfall nach einem anstrengenden tag + etwas posing für die kamera 😀
      die metro dort war auch gerade vergleichsweise leer & ich war ja auch noch da… 😉

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